Felix, Bobby und die Feuerwehr
Felix, Bobby und die Feuerwehr
Ja die Geschichte mit dem Bienenstich bleibt noch lange in Erinnerung, und Felix verlässt das Haus nicht mehr, ohne seine Tropfen. Das passiert ihm nicht noch mal, so hat er sich fest vorgenommen.
Heute möchten sie sich mal bei der Feuerwehr umsehen, denn die kennen sie nur vom sehen und hören. Aber irgendwie wäre es doch ganz interessant, mal etwas mehr davon zu erfahren.
So machen sich die beiden dicken Freunde auf den Weg um die Feuerwehrstation aufzusuchen. Dort angekommen, klingelt Felix beim Eingang und macht einen Schritt zurück, als sich die Türe öffnet und ein grauhaariger starker Feuerwehrmann mit einem gekräuselten Schnauz und einem kleinen Bierbäuchlein vor ihm steht. „Ja wen haben wir denn da?“ fragt der Mann und lächelt Felix und Bobby an. Felix lächelt zurück und sagt dann: „ Das ist Bobby und ich bin Felix. Wir möchten uns gerne die Feuerwehrstation ansehen. Und die Feuerwehrautos. Pierre, so heisst der Feuerwehrmann, schmunzelt und sagt: „ Na da hast du jetzt aber mehr als Glück, denn im Moment habe ich wirklich grad Zeit, dir alles zu zeigen. Dein Freund allerdings muss draussen warten, denn wir nehmen keine Hunde in die Station.“ Felix lächelndes Gesicht verzog sich und sogleich zieht es die Mundwinkel nach unten. Die Freude an der Feuerwehr ist ihm schon vergangen und er sagt: „ Wenn Bobby nicht dabei sein kann, dann werde ich auch nicht kommen. Wir gehören zusammen und machen alles zusammen. Dann gehen wir eben wieder nach Hause. Pierre versucht noch, Felix aufzuhalten, und ihn zu beruhigen, doch Felix bleibt stur. So verabschieden sich die zwei Freunde bei Pierre und ziehen des Weges dahin.
Sie kommen zum Waldrand und Felix sieht eine Feuerstelle. Die Idee, ein Feuer zu entfachen, ist ja nicht so weit weg, zumal er vor einer halben Stunde noch bei der Feuerwehr stand. Was ist denn schon dabei, hier ein Feuer zu machen, dafür ist doch diese Feuerstelle da. Und der Zufall will es so, dass ein Pack mit Zündhölzer auch gleich da liegt, und ihm so das feuern einfach macht. Er sucht Holz, davon hat es ja genug. Er sammelt, und auch Bobby hilft ihm aktiv dabei. Und als sie genug gesammelt haben, geht’s los. Felix zündet ein Zündholz an und entfacht damit das Feuer. Es beginnt schnell zu flackern, denn das Holz ist trocken genau so wie auch der Boden. Schliesslich ist es ja schon seit Wochen schön warm und der Regen lässt auf sich warten. Zum Glück, denn sonst würde das Holz ja nicht so gut brennen. Felix ist stolz, als er die Flammen sieht. Das erste Feuer, das er ganz alleine – ohne seinen Paps gemacht hat. Stolz wie Oskar, setzt er sich dazu und träumt davon, ein Feuerwehrmann zu sein. Ein grosser starker, so wie Pierre. Lange sitzt er da am Feuer und als er auf die Uhr schaut, merkt er, dass es schon wieder spät ist. Er sagt zu Bobby: „ Bobby, auf wir müssen heim.“ Da die Flammen schon recht klein sind, entscheidet sich Felix dazu, es so zu lassen, in ein paar Minuten wird es von alleine ausgehen. Und so machen sich die zwei auf den Heimweg. Die Mutter steht im Garten und freut sich, als sie die beiden sieht. Sie erkundigt sich, was sie erlebt haben und Felix erzählt, dass sie die Feuerwehr anschauen wollten, es aber dann liessen, weil Bobby hätte draussen bleiben müssen. Die Mutter war der Meinung, dass sich Felix trotzdem hätte umschauen sollen, denn die Feuerwehr ist doch eine ganz interessante Sache. Sie bietet ihm an, morgen auf Bobby aufzupassen, damit Felix in aller Ruhe hingehen und sich alles anschauen kann.
Zusammen bereiten sie das Abendessen vor. Sie decken den Tisch, der im Garten steht. Setzen sich gemütlich hin und beginnen mit dem Essen. Auch der Vater ist inzwischen dazu gekommen. Die Gemütlichkeit wird gestört, durch das Horn eines Rettungsfahrzeuges. Erst wissen sie nicht ob es Ambulanz, Polizei oder Feuerwehr ist. Als sie aber zur Strasse liefen, und weit hinten beim Wald dicken schwarzen Rauch aufsteigen sehen, ist ihnen auch gleich klar, dass es die Feuerwehr sein muss. Sie setzen sich wieder an den Tisch und der Vater sagt: „ Da hat bestimmt wieder jemand Feuer gemacht und nicht richtig ausgelöscht. Das ist jetzt besonders gefährlich, weil alles trocken ist. Felix wird es ganz komisch im Bauch, denn wie ein Blitz steigt ihm die Sache mit dem Feuer in den Sinn. Er wird ganz still, und es ist ihm fast übel. Muttergefühle erwachen und so merkt Felix Mutter, dass mit ihrem Sohn etwas nicht stimmt. Sie fragt nach und erst sagt er nichts dazu. Als sie ihn dann aber nochmal fragt, was denn los ist, beginnt er zu weinen. Sie nimmt ihren Jungen in den Arm und er beginnt, ihr die Sache mit dem Feuer zu erzählen. Und dass er dachte es gehe von alleine aus. Sie kann ihren Jungen verstehen – woher sollte er auch wissen dass das gefährlich ist? Sie sagt ihm, zieh dir eine Jacke an, wir gehen Richtung Wald und sehen mal nach. Und wenn es wirklich wegen dieses Feuers ist, werden wir uns melden müssen. Felix wird es Angst und Bange und ist froh, die Unterstützung der Eltern zu haben in dieser Situation.
Sie machen sich auf den Weg, und je näher sie zum Wald kommen desto weicher werden Felix Knie. Von weitem sieht er zwei Feuerwehrautos und den PW des Einsatzleiters, und viele Feuerwehrmänner sind im Einsatz. Beim Wald angekommen ist Felix auch gleich klar, dass er schuldig ist, bei dem was er da sieht. Sie schauen noch eine Weile zu, und als die Feuerwehr die brennenden Bäume im Griff und dann gelöscht hat, ist Felix sichtlich froh. Auch bei den Feuerwehrmännern kehrt Entspannung ein. Es bleiben noch vier Feuerwehrmänner dort, um die die verkohlten Bäume zu kühlen und zu beobachten, um sicher zu sein, dass es nicht nochmal zu brennen beginnt.
Als sie da so standen und schauten, kam Pierre zu ihnen und begrüsste sie. Er sagt: „ Irgendwer hat ein Feuer gemacht und nicht richtig ausgelöscht. Viele nehmen das einfach zu leicht und denken, an einer Feuerstelle kann nichts geschehen. Das ist so falsch, wie wir hier wieder den Beweis haben. Zum Glück ist es glimpflich ausgegangen, es hätte genauso gut der ganze Wald brennen können.“ Felix traut sich nicht mehr, Pierre anzuschauen. So fragt Pierre: „ Hey junger Mann, was ist los? Heute Nachmittag warst du aber gesprächsfreudiger.“ Und wie er das so sagte, geht ihm ein Lichtlein auf. Er zwinkert Felix Mutter mit einem Auge zu und sagt zu ihr. Frau Mama, weisst du was, geh du schon mal nach Hause. Ich zeige Felix noch kurz unser Feuerwehrauto von innen und bringe ihn dann nach Hause. So machen sie das auch. Pierre nimmt Felix an der Hand und sagt ihm: „ Sag mal, wenn Du mal was anstellst, egal ob du das mit Absicht machst oder nicht, hast du dann jemand mit dem du darüber sprechen kannst?“ Felix sagt: „ Ja mit Mama und Papa kann ich über alles reden.“ Pierre erwidert: „ Weisst du, du darfst auch immer zu mir kommen, ich werde immer versuchen, dir zu helfen, wenn was ist.“ Diese Chance packt Felix und sagt: „ Ääähm mmmhhhh…da da da wär sch..schon was das ich loswerden möchte.“ Pierre setzt sich auf einen Stein, und nimmt den Jungen auf seinen Schoss. „ Na dann schiess mal los, “ sagte Pierre zu Felix. Und der Kleine begann zu erzählen was geschah. Pierre hörte gut zu und sagt dann zu Felix: „ Weisst du was? Du hast gezeigt wie gross und stark du bist, weil du das gesagt hast. Weil du dazu stehst, dass das Feuer deinetwegen losgegangen ist. Ich bin stolz auf dich. Wir werden das dem Bauer melden, dem dieses Waldstück gehört, und er wird dann mit der Versicherung aushandeln, was bezahlt werden muss. Und weil du so ehrlich warst, bekommst Du von mir einen Feuerwehrstern. Den kann Deine Mami auf deinen Pulli nähen.“ Felix blüht auf und ist soo stolz darüber, dass er ehrlich war und das erzählt hat. Und froh, dass Pierre ihm hilft. Felix sagt: „ Ich komme morgen zur Feuerwehr, Bobby kann dann bei meiner Mum bleiben.“ „Super, da freu ich mich aber, “ sagt Pierre. „ Dann kann ich dir in Ruhe die Station zeigen und dir auch gleich den Stern geben. Pierre bringt Felix nach Hause. Natürlich mit dem Feuerwehrauto. Ist ja klar. Und Felix träumt immer mehr davon, ein Feuerwehrmann zu sein.
Es ist schon spät und Felix ist sehr müde. Er liegt ins Bett und schläft auch sofort ein. Und bestimmt träumt er von dem grossen, stämmigen Feuerwehrmann mit Schnauz und Bierbäuchlein, namens Felix.
Autor: Buzeli
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